"Bank of Love" (Michael Seifried) weiteres...

 

"Die Wahrheit" (Florian Zeller) kleines Theater Kammerspiele Landshut, weiteres...

 

"Die Beichte" (Felix Mitterer) kleines Theater Kammerspiele Landshut, weiteres..

 

"Liv Stein" (Nino Haratischwilli) Halle 7, weiteres...

 

"Dreier" (Jens Roselt) Neue Bühne Bruck, weiteres...

 

"Klamms Krieg" (Kai Hensel) Neue Bühne Bruck, weiteres...

 

"Landshut leuchtet" (Reaktion auf Fukushima), kleines Theater Kammerspiele Landshut, weiteres..

 

"Thom Pain" (Will Eno) Neues Theater i-camp, München

 

„Die Murfrau“ (Angelika Aliti) Theater in der Steiermark, weiteres...

 

„Blackbird“ (Harrower) Theater undsofort, weiteres...

 

„Freigang“ ( mit der JVA Landsberg) Landestheater Schwaben, weiteres... und weiteres

 

„Republik Vinetta“ (Moritz Rinke) Stadttheater Hof

 

„Das letzte Band“ (Beckett) Bayr. Staatsschauspiel, weiteres..

 

„Irdische Liebe“ (Waechter) Neue Bühne Bruck

 

Krawattenklub“ (Roger-Lacan) Theaterundsofort

 

„Da kommt noch wer“ (Fosse) Stadttheater Hof, weiteres...

 

„Flatterzunge“ (Delius) Pasinger Fabrik

 

„Don Juan“ (Moliere) Landestheater Würzburg

 

"In der Stunde des Luchses“ (Enquist) Freie Bühne Bruck

 

„Jürgen Bartsch – Kindermörder“ (Reese) Freie Bühne Bruck

 

„Im Schatten eines Fluges“ (Bauer) Freie Bühne Bruck

 

 

Die Beichte

von Felix Mitterer, Kleines Theater Kammerspiele Landshut, Premiere 2011

mit Dirk Bender: Pater, Markus Widmann: Junge

Erst betroffener, dann anhaltend nicht mehr aufhören wollender Beifall. Es scheint den Zuschauern zu helfen den Schauspielern, Marcus Widmann und Dirk Bender, dem Regisseur Matthias Eberth und Bühnenbildner Mario Sprinz Beifall zu spenden, immer wieder Beifall um das eben Erlebte abzuklatschen. Die Zuschauer, Zeugen einer grauenvoll verzweifelten Entführung, der „Beichte“  von Felix Mitterers Bühnenstück, möchten ihre Betroffenheit abklatschen, abstreifen, zurücklassen in der Rochuskapelle. Bestes Theater von der kleinen Bühne der Kammerspiele Landshut.

 

 Das Theaterpublikum sitzt teilweise mit gefalteten Händen in der Rochuskapelle. Manche Männer bewusst distanziert, mit verschränkten Armen. Theater in einer leergeräumten Kapelle. Das Holzkreuz, ein Taufbecken, das Licht etwas zu grell um sich zu distanzieren. Die Schatten der Gitterfenster.

Warum jetzt schon Beklemmung? Hat das Stück schon angefangen?

Matthias Eberth nutzt bereits diese erste Minute des Wartens. Die Eingangstür wird von Regieassistentin Monika Elsenhans noch  geschäftig abgeschlossen. Es gibt also kein Zurück. Der Zuschauer ist Zeuge. Martin, der bübchenhaft wirkende, inzwischen selbst Vater und an seinem Sohn schuldig gewordene Chorknabe, rechnet mit seinem Erzieher Pater Eberhard ab.

Martin hat seinen Peiniger geknebelt, entführt, mit Benzin übergossen.

Intim, ist diese Beichte. Sehr intim. „Zum Glück ist die Kirche verschwiegen“, sagt Pater Eberhard – verdeckt, wie die Bühnenmalerei, die Martin Bild für Bild enthüllt. Enthüllt wie eine Dokumentation gegen das Vergessen. Nun, da das Ausmaß der Verletzungen, die Kettenreaktionen in Martins grauenvollen Leben angezeigt werden verwandelt sich auch in den Bühnenbildern das unschuldige Kind in ein teuflisches Wesen. Wirr, aggressiv, verzweifelt.

 Die Dialoge schnüren dem Zuschauer das Herz ab. Wird Martin sich, Pater Eberhard und seinen Sohn Sebastian töten. Alles auslöschen was sich immer und immer wieder wie ein Muster zu wiederholen scheint?

 Man sitzt nach der Vorstellung noch lange zusammen. Aus  Zuschauern wurden Zeugen einer intensiven Auseinandersetzung mit einem nach wie vor unbequemen, hochaktuellen Thema. Matthias Eberth und sein Team schaffen es zu berühren, bloß zu legen, auszulösen. Bestes Theater.

 

„Das schlimmste für mich war, als ich Mitleid mit den Tätern hatte.“

Zitat einer Premieren-Zuschauerin.

 

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